Ursprung, Entwicklung und Niedergang

„Der Name ist ein Stück des Seins der Seele.“ (Thomas Mann)

Manno Peters Tammena

Manno Peters Tammena, Foto: Martin Stromann

Die Namengebung in Ostfriesland ist geprägt von einer Vielzahl von Merkwürdigkeiten und Besonderheiten; und ich widme mich seit mehreren Jahrzehnten der Aufgabe, die friesisch-ostfriesische Namenkultur zu erforschen, zu dokumentieren und so für die Nachwelt festzuhalten. Heimische Namen sind es wert, in Ehren gehalten zu werden.
Viele dieser Namen sind Hunderte von Jahren alt, viele Generationen haben an ihnen gebastelt und etliche sind heute bis zur Unkenntlichkeit verändert, und die Entstehung und Entwicklung der Namen ist gleichzeitig ein auf- und anregender Weg, der uns tiefe Einblicke in die ostfriesische Geschichte gewährt: in Berufe, die es längst nicht mehr gibt, in Begriffe, die uns heutzutage fremd sind.

Ich habe über die Jahrzehnte über 45.000 Namen (inklusive ihrer Varianten) zusammengetragen, ihre Fremdartigkeit und Eigenwilligkeit dokumentiert. Mein Hauptanliegen jedoch war und bleibt, die schier unermessliche Fülle von Tauf-, Ruf- und Vornamen aus früheren Jahrhunderten bis ans Ende des vergangenen Jahrhunderts (und den wenigen verbliebenen Namen bis hinein ins 21. Jahrhundert) in einem alphabetischen nach Männer- und Frauennamen geordneten Index festzuhalten.

Ein wesentlicher Aspekt meiner Arbeit betrifft die Etymologie der Namen, den Einfluss verschiedener Sprachen auf die Namen und vor allem die Schreibweise der Namen und ihrer Varianten. Auch der langsame, aber unaufhaltsame Niedergang der ostfriesischen Namenkultur lässt sich durch die Historie belegen.

Mein zweites großes Augenmerk richte ich auf die Besonderheit der früher in Ostfriesland gebräuchlichen patronymischen Namengebung mit all ihren familiär bedingten Abweichungen – und dem allmählichen Verfall auch dieser besonderen Form der Namengebung.